Blogbeitrag Widerstand

In diesem Blogbeitrag erfährst du:

  • Warum Trauer ein Widerstand gegen deinen Verlust ist,
  • warum das völlig menschlich ist und
  • wie du den Widerstand aufgeben kannst, um durch die Trauer hindurch und auf der anderen Seite heraus zu kommen.

Zudem schenke ich dir ein kostenloses Preview auf meinen Onlinekurs "Mit schwierigen Gefühlen umgehen - Selbstmitgefühl für Trauernde"


Trauer als Widerstand gegen die Realität

Trauer hat viele Aspekte und kann auf viele Arten beschrieben werden. Einer davon ist, dass Trauer ein Ausdruck unseres Widerstandes gegen die Realität ist.

Schon Buddha hat vor Tausenden von Jahren in der Lehre von den “4 Edlen Wahrheiten” gesagt, dass Schmerz Teil des menschlichen Lebens ist und unser Widerstand gegen die Realität die Ursache unseres Leidens ist, nicht die Realität selbst.

Also erscheint es naheliegend zu sagen: der Widerstand muss weg! Daher die gut gemeinten Sprüche wie: “Du musst einfach loslassen.”, “Du musst die Realität akzeptieren” etc.

 

Der Mensch als Wesen mit Zukunft und Vergangenheit

Wir Menschen sind - im Gegensatz zu anderen Tieren auf der Welt - Wesen mit Vergangenheit und Zukunft. Wir leben so sehr in unseren Erinnerungen und Zukunftsszenarien, dass wir sie meist für realer halten als die Realität.

So abgeklärt und erwachsen wir vielleicht auch zu sein glauben, uns Menschen macht es ungeheuer viel aus, wenn das, was wir uns vorstellen nicht mit dem übereinstimmt was tatsächlich ist - weil wir glauben, dass die Dinge so sein sollten, wie wir sie uns in unserem Geist vorstellen.

Und nichts kommt ungebetener als der Tod. Den haben wir selten geplant.

Wenn Mama mir keine Schokolade gibt bin ich nicht ok

Unser Widerstand geht los, wenn wir ungefähr 2-3 Jahre alt sind und uns zum Beispiel vorstellen, dass wir an der Supermarktkasse Schokolade bekommen. Wir imaginieren schon das gute Gefühl, wenn Mama oder Papa uns die Schokolade kauft, wir sie öffnen und schmecken. Und dann sagt Mama oder Papa “Nein”. So erleben wir zum ersten Mal hautnah die Diskrepanz zwischen dem, was wir uns vorstellen und dem, was tatsächlich ist.

Nun könnten wir diese Diskrepanz dadurch beheben, dass wir uns in die Realität fügen und die ganze Sache abhaken. Schwupp, schon würde etwas anderes unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und die Sache wäre vergessen.

Aber in diesem Alter hat sich schon ein Teil von uns entwickelt, den man gerne “Ego” nennt. Dieses Ego will dafür sorgen, dass wir hier auf Erden gut zurechtkommen, kein Leid erleben, unsere Bedürfnisse erfüllt werden, wir Erfolg haben und das bekommen was wir wollen.

Und dieses kleine Ego findet: wenn die Realität anders ist, als wir sie wollen, dann stimmt etwas mit der Realität nicht! Das muss schnellstmöglich behoben werden - und zwar so, dass die Realität sich an das anpasst, was wir wollen und nicht umgekehrt!!

Dafür erfindet es dann den Trotzanfall oder andere clevere manipulative Techniken mit denen man Eltern weich kochen kann.

Natürlich ist das nicht dasselbe wie einen Todesfall zu erleben - dennoch ist das Prinzip das gleiche!

Trauer als Trotzanfall unseres Egos

Wenn ein für uns wichtiger Mensch stirbt, dann passieren zwei Dinge:

  • wir haben Erinnerungen an diesen Menschen und leiden, weil die Existenz des Menschen in unseren inneren Bildern nicht der äußeren Realität entspricht und
  • wir denken an die Zukunft und alles, was wir mit dem Menschen noch hätten erleben wollen und leiden, denn wieder stimmen unsere inneren Bilder nicht mit dem überein, was wir im Außen erleben.

Wenn sich unsere Vorstellung nicht mit dem deckt, was tatsächlich ist, dann reagieren wir mit Gefühlen wie Verzweiflung, Wut, Trauer oder Hoffnungslosigkeit. Das ist Ausdruck unseres kindlichen Egos dafür, dass es mit der Diskrepanz zwischen seinen Wünschen einerseits und der Realität andererseits nicht klar kommt.

Leid = Schmerz x Widerstand

Widerstand gegen das, was ist, ist vielleicht nicht der weiseste Umgang mit der Realität, aber ausgesprochen menschlich. Wir alle haben ihn! Er hat keinen besonders guten Ruf, will aber eigentlich unser Bestes!

Im Buddhismus gibt es die Formel: Leid = Schmerz x Widerstand.

Verlust erzeugt bei Menschen einen starken Schmerz, der aus unserem Bindungssystem herrührt. Wir sind zutiefst soziale Wesen und Verlust verursacht oft ähnlich große Schmerzen wie eine schwere körperliche Verletzung. Jeder, der schon einmal einen geliebtes Wesen verloren hat, kennt diesen Schmerz.

Sobald dieser Schmerz auftritt mischt sich das Ego ein, denn es will nicht, dass wir die Realität akzeptieren. Es will uns vor dem Schmerz schützen, denn es befürchtet, er gehe nie vorbei oder würde uns umbringen.

So entsteht Leid: indem das Ego verlangt, dass die Realität anders sein möge, als sie ist! Es will uns sagen: "Hey, das ist falsch, das ist ungerecht! Das hätte nicht passieren dürfen! Da hätten wir ein Mitspracherecht haben müssen!", in der Hoffnung, dass es uns dann besser gine.

Viele Trauernde leiden - wie ich selbst - jahrelang unter diesem Widerstand gegen die Realität und schämen sich - wie ich selbst - gleichzeitig furchtbar dafür, dass sie im Widerstand sind, weil sie denken, sie müssten längst darüber hinweg sein.

Warum, warum, warum?

Warum ist die Realität anders, als ich sie wollte? Kinder (und Egos!) kommen nicht auf die Idee, dass es darauf keine Antwort gibt, weil die Frage müßig ist.

Also beginnen wir nach Antworten dafür zu suchen, warum alles so anders gekommen ist. Meist finden wir die Schuld abwechselnd bei uns, bei anderen, bei unserem verstorbenen Menschen oder bei Gott (der sich offenbar geirrt hat).

Und dann beginnt das, was im Buddhismus Leid genannt wird: wir verstricken uns in leidvolle Geschichten über die Realität, wie z.B.

  • Das hätte nicht geschehen sollen.
  • Ich werde nie mehr glücklich sein.
  • Ich habe etwas falsch gemacht.
  • Wenn ich xy anders gemacht hätte, dann ...
  • Xy hat etwas falsch gemacht.
  • Mein Leben ist vorbei.
  • und so fort ...

Warum nicht sein darf, was ist!

Der Grund für den Widerstand des Egos ist, dass es schreckliche Angst davor hat, das Leben nicht kontrollieren zu können. Es befürchtet, dass das noch schlimmere Gefühle mit sich bringen würde als der Widerstand selbst. Es denkt, wir wären dann ungeschützt dem Leben ausgesetzt, wie Spielbälle des Schicksals ...

Dieser Angst setzt es seinen Widerstand entgegen, in der Hoffnung, dann wenigsten ein bisschen Kontrolle (oder besser: Illusion von Kontrolle) zu haben. Auch wenn es Verzweiflung, Wut oder Depression kostet!

Den Widerstand aufzugeben wäre für unser Ego eine Niederlage, ein Eingeständnis in die Unkontrollierbarkeit und Komplexität des Lebens. Und was wäre das für ein Gefühl? Das Ego findet: es wäre das Ende, der komplette Verlust seines Selbstwertgefühls, die Vernichtung!

Die innere Stimme der Weisheit

"Das Leben ist nicht, wie es sein sollte. Es ist, wie es ist." sagt die die berühmte Systemikerin Virginia Satir.
Das heißt: Keiner ist schuld. Kein Fehler ist passiert. Alles ist immer genauso, wie es sein sollte.

Unsere innere Weisheit weiß, dass es genau so ist, wie es das Ego befürchtet: wir haben keine Kontrolle. Das Leben ist immer, wie es ist - damit kann man nicht diskutieren! Jeder Widerstand ist zwecklos! Leben und Tod liegen nicht in unserer Hand. In jedem Moment kann uns etwas genommen werden, das wir lieben.

Nur findet die Weisheit das nicht so schlimm - sie sagt, dass das die menschliche Verfassung ist. Sie sagt, dass wir uns nicht so sehr an das hängen sollten, was vergänglich ist und uns mehr auf das konzentrieren, was unveränderlich ist und zu was wir immer Zugang haben, wie zum Beispiel Liebe, Dankbarkeit oder Mitgefühl.

Buddha sagt, der einzige Weg zum Glück sei, gleichmütig (nicht gleichgültig!) auf das sich stets verändernde Leben zu blicken und sich davon frei zu machen bestimmte Erwartungen zu haben.

Das Ego ist Teil des Ganzen

Es scheint nun immer wieder so, als sei das Ego bzw. sein Widerstand das Problem. Als müsste es nur verschwinden und wir könnten in Frieden mit unserem Verlust sein.

Doch das Ego ist auch das, was uns menschlich macht. Es beinhaltet all unsere Erinnerungen und Wünsche, unsere Niederlagen und Erfolge. Es zeigt uns, was wir lieben, an was wir hängen, ohne was wir nicht leben zu können glauben, was wir wollen, was wir ablehnen und bekämpfen. Es verursacht die allzu menschlichen Gefühle, wie Traurigkeit und Freude, Wut und Mitgefühl, Angst und Mut, Hoffnungslosigkeit und Zuversicht und so viele mehr.

Anerkennen des Leids

Nichts macht weniger Sinn, als neben dem Kampf gegen die Realität auch noch einen Kampf gegen Teile von sich selbst vom Zaun zu brechen, indem wir versuchen, dieses innere Kind zum Schweigen zu bringen und damit sein Leid zu negieren.

Dieser innere Kampf zeigt sich, wenn wir

  • uns selbst als irrational bezichtigen,
  • uns innerlich für bestimmte Gefühle kritisieren,
  • uns unserer Reaktionen auf unseren Verlust schämen und uns aus der Scham heraus zurückziehen,
  • uns sagen, dass wir schneller oder besser über die Trauer hinweg kommen sollten.

Verständnis und Mitgefühl

Unsere Aufgabe ist nicht, das Ego loszuwerden, sondern es zu lieben. Byron Katie sagt über das Ego, es sei ein verängstigtes Kind, dem sie sich mit Verständnis und Geduld nähere. Das bedeutet nicht, dass wir uns seinem Widerstand anschließen müssen, seine Geschichten und Gedanken über die “ungerechte Welt” glauben müssen oder tun müssen, was es will. Genauso, wie wir unser trotziges Kind an der Supermarktkasse lieben und sein Leid verstehen können, ohne ihm deshalb die Schokolade zu kaufen.

Wir können uns und diesem außer Rand und Band geratenen inneren Kind mit Mitgefühl begegnen - einfach deswegen, weil es leidet. Der erste Schritt aus dem Leid hinaus, ist es anzuerkennen, nicht es abstellen zu wollen.

In der Praxis des Achtsamen Selbstmitgefühls wird auch der Widerstand als Leid erkannt und als solches benannt und nicht negiert: Ja, es ist schlimm! Ja, es ist ungerecht! Ja, es hätte nicht geschehen dürfen! Ja, die Welt ist ungerecht und grausam! Ja, dies ist ein Moment des Leidens! ...

Selbstmitgefühl für Trauernde

Sich selbst bzw. dem aufständischen Ego mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen ist der erste Schritt, um den Widerstand gegen die Realität aufzugeben!

Den Widerstand aufzugeben bedeutet:

  • das Leid anzuerkennen und benennen - im Gegensatz dazu, es zu bekämpfen,
  • sich zu erlauben, den Schmerz des Verlustes zu fühlen,
  • zu erkennen, dass der Widerstand und das Leid menschlich sind und alle Menschen es erleben und 
  • dass Verständnis und Mitgefühl einen leichter durch die schmerzlichen Gefühle bringen, als innerer Kampf.

Der einzige Weg aus der Trauer heraus, ist durch sie hindurch. Und hindurch kommen wir nur dann, wenn wir uns in unserem Leid und unserem Schmerz beistehen können. Wenn wir freundlich zu uns sein können - auch wenn wir irrational, im Widerstand und völlig außer Rand und Band sind. All das gehört dazu!

Mit schwierigen Gefühlen umgehen - Achtsames Selbstmitgefühl für Trauernde

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Blog TheWork 11 17

Das bekommst du in diesem Blogartikel

  • Du erfährst, um was es bei The Work of Byron Katie geht!

  • Ich teile mit dir, wie mir The Work of Byron Katie aus der Krise geholfen hat.

  • Eine Einladung zum kostenlosen Webinar über The Work of Byron Katie.

Das Evangelium in unserem Kopf

“Gedanken sind Freunde, keine Feinde. Sie sind einfach das, was ist. Sie sind unschuldig. Wir machen sie nicht. Sie sind nicht persönlich." Byron Katie

Wir alle sind daran gewöhnt unsere Gedanken sehr persönlich zu nehmen und sie zu glauben. Wir glauben, dass sie etwas über uns bedeuten. Wenn zum Beispiel der Gedanke "Ich bin nicht gut genug" auftaucht, dann glauben wir, dass das tatsächlich über uns persönlich bedeutet, das wir nicht gut genug sind. Und wir finden natürlich auch genug Beweise in uns und unserem Leben (wie jeder Mensch auf der Welt)! Wenn wir uns dann aber unser ganzes Leben lang anstrengen, um endlich gut genug zu werden und glauben, dass wir den Gedanken damit "abstellen" können, dann stellen wir fest, dass der Gedanke dennoch auftaucht. Vielleicht strengen wir uns dann noch mehr an ... doch der Gedanke kommt wieder und wieder und wieder.

Wir alle glauben in Krisen jede Menge Gedanken ohne uns zu fragen. ob sie eigentlich wahr sind, z.B. dass das, was passiert ist, nicht hätte passieren dürfen. Dass es über uns bedeutet, dass wir nicht gut genug sind oder etwas falsch gemacht haben. Dass andere Menschen, Gott oder das Schicksal unfair und gegen uns sind. Dass wir (absichtlich) falsch behandelt wurden. Dass wir nicht (genug) geliebt bzw. respektiert oder gewertschätzt wurden oder werden. Dass wir nie mehr glücklich sein können. Dass uns jemand verstehen oder retten sollte. Das andere sich bei uns entschudigen sollten. Dass wir uns nicht so fühlen sollten, wie wir uns fühlen.

Warum kommen wir nicht auf die Idee, dass diese Gedanken nichts mit uns persönlich zu tun hat? Weil wir offensichtlich alles, was unser Gehirn an Sätzen und Bildern produziert behandeln, als ob es das Evangelium wäre. Meist kommen wir gar nicht auf die Idee, dass sie nicht die Wahrheit sein könnten und nichts über uns persönlich bedeuten könnten, dass sie Erscheinungen sind wie ein Regentropfen oder ein Sonnenstrahlen.

One Mind - wie ein einziges Gehirn!

The Work ist ein Weg, die Gedanken, die uns belasten und quälen zu untersuchen um zu sehen, ob sie wirklich wahr sind. The Work besteht aus 4 Fragen und Umkehrungen. Mehr dazu findest du hier.

Im ersten Schritt geht es darum, die Gedanken zu identifizieren, die unser Leid verursachen und ehrlich zu uns zu sein in Bezug auf unsere Überzeugungen. Oft nehmen wir unsere Gedanken so persönlich, dass wir uns ihrer schämen. Doch wenn man (wie ich) mit vielen Leuten über deren Gedanken spricht, dann sieht es so aus, dass wir alle dieselben Gedanken haben, als ob wir alle ein Gehirn wären. Es gibt keine neuen!

Es gibt keine verbotenen Gedanken

Manchmal meinst du vielleicht, dass du deine Gedanken nicht haben solltest, dass du spiritueller, freundlicher sein soltest oder dass du souveränder sein müsstest und das alles nicht so schwer nehmen. Doch solange du keine Verantwortung dafür übernimmst, dass du diese Gedanken glaubst und sie dir Leid verursachen, gibt es keine Hoffnung. 

Es ist im ersten Schritt wichtig zu erkennen, dass es ganz normal ist alle Arten von Gedanken zu haben (auch boshafte, kindische, unrealistische, irrationale, destruktive oder "abartige") und dass es nichts weiter bedeutet, als dass du Teil der Menschheit bist. Es gibt keinen Gedanken, der unmenschlich wäre. Insofern gibt es keine verbotenen Gedanken, sehr wohl aber leidvolle - und wenn du dir diese Gedanken verbietest oder so tust, als hättest du sie nicht, dann nimmst du dir auch die Chance auf Heilung.

Kannst du ganz sicher wissen, dass das wahr ist?

Einer der quälendsten Gedanken in meiner Krise rund um den Selbstmord meiner Mutter (kurz nach dem Tod meines Vaters) war "Alle haben mich verlassen". Konnte ich ganz sicher wissen, dass das wahr ist? Nein! Glaubte ich es dennoch? Natürlich! Doch mir wurde langsam klar, dass der Gedanke viel mehr wehtat, als die Tasache, dass meine Eltern tot waren. 

Mit The Work stellen wir die Gedanken, die uns Leid verursachen, in Frage. Wenn du zum Beispiel glaubst, dass jemand dich durch das was er oder sie getan oder gesagt hat ablehnt, dann fragt dich The Work, ob du wirklich ganz sicher wissen kannst, dass das wahr ist. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was die Person gesagt oder getan hat bedeutet, dass sie dich ablehnt?

Zunächst wirst du dich vielleicht wundern, warum du dich das überhaupt fragen sollst, da es doch wie eine Tatsache aussieht. Na klar war das ablehnend! Das haben doch auch alle, mit denen du gesprochen hast, bestätigt. Doch die Frage ist nicht, wie es ausgesehen hat oder wie es die anderen sehen, sondern ob du absolut sicher wissen kannst, dass die Person dich ablehnt.

Wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst?

Als ich den Gedanken glaubte, dass alle mich verlassen haben, fühlte ich mich unendlich einsam und verzweifelt, aber auch unwert. Ich glaubte, es läge daran, dass ich nicht gut genug war. Andersherum gesagt: wenn ich gut genug gewesen wäre, dann hätten mich nicht alle verlassen.

Schmerzliche Gedanken zu glauben tut sehr weh. Wenn ich glaube, dass mich jemand ablehnt, dann fühle ich die Folgen dieses Gedankens in meinem Körper. Mein negatives Gefühl kommt nicht von dem, was die andere Person getan oder gesagt hat, sondern von meiner Interpretation als "ablehnend". Durch die Interpretation mache ich die andere Person zum Feind und mich zum Opfer. Ich projiziere Ablehnung. Ich setze mich herab. Ich lehne mich ab.

Es ist wichtig dir selbst bezüglich deiner Gefühle und deiner Reaktionen auf den Gedanken ehrlich zu sein. Aller Gefühle und Reaktionen, auch Aggressionen dir selbst und der anderen Personen gegenüber, Selbstabwertung, Arroganz, Bedürftigkeit, Manipulation, Selbstgerechtigkeit etc.

Wer wärst du ohne den Gedanken?

Ohne den Gedanken, dass alle mich verlassen haben könnte ich sehen, wieviele Menschen noch da sind, wie sehr alle in meinen Gedanken und meinem Herzen sind. Ich könnte sehen, dass mein Wert nicht davon abhängt, dass ich dennoch ein Recht auf Glück habe. Wenngleich ich trauern würde um den Verlust, wäre da keine Schuld und keine Abwertung meiner selbst. Ich wäre nicht für immer "verdammt". Es gäbe Hoffnung. Ich wäre frei und voller Liebe zu mir selbst und den anderen.

Wer wärst du in derselben Situation ohne den Gedanken? Nicht in einer Traumwelt, in der alles ganz anders gelaufen wäre, sonern in der selben Situation, in der genau dasselbe passiert ist!

Vielleicht wärst du dann ganz bei dir? Vielleicht könntest du dem/der anderen authentisch zuhören? Vielleicht wüsstest du dann, dass es nichts mit dir persönlich zu tun hat? Vielleicht wärst du ruhig, bestimmt, offen, verbunden, interessiert?

Wer wärst du, wenn du diesen Gedanken einfach nicht glauben könntest?

Dreh's um!

Umkehrungen zeigen, aus wie vielen Perspektiven man einen Gedanken betrachten kann und wie wahr all diese anderen Perspektiven sein können. Ein Gedanke, den wir glauben, ist nicht mehr als ein klitzekleines Stückchen des unendlich großen Kuchens der Wirklichkeit. Und jede Umkehrung ist ein neues Stückchen. Je mehr Beispiele wie finden können, wie jede Umkehrung auch wahr oder wahrer sein kann, als der Originalgedanke, desto erleuchteter werden wir in Bezug auf die Wirklichkeit.

In meinem Fall war die wichtigste Umkehrung: Ich habe mich verlassen. Ja, denn indem ich glaubte, dass alle mich verlassen haben, weil ich so wertos bin, habe ich mir die Schuld aufgeladen. Ich habe die Geschichte erfunden, dass ich verlassen wurde weil ich mich zu wertlos fand um geliebt zu werden. Ich habe gedacht, dass ich nie mehr glücklich sein kann. 

Eine andere Umkehrung: Ich habe alle verlassen. Ja, indem ich ihnen unterstellt habe, mich nicht zu lieben, nicht an meinem Wohlergehen interessiert zu sein. Indem ich boshafte Gedanken über sie hatte.

Und die dritte Umkehrung: keiner hat mich verlassen. Ja, das ist wahr. Keiner hat mich je verlassen, denn alle sind so präsent in meinem Leben. "Verlassen" ist nur eine Geschichte, die ich erzähle.

Und was soll das Ganze?

The Work ist keine Quick-Fix-Methode um schnell ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Sie erfordert Ehrlichkeit. Sie erfordert, dass du lieber die Wahrheit wissen willst, als Recht zu haben! Wenn du The Work über die Gedanken machst, die dich quälen, dann wurst du Stück für Stück erkennen, dass keiner deiner Gedanken wahr ist. Du bist frei!

Kostenloses Webinar

am Dienstag, 5. Dezember um 19 Uhr über The Work of Byron Katie im Rahmen der Webinarreihe "Die 5 Dinge, die dich aus der Krise zurück ins Leben bringen".

Hier geht es dirket zur Anmeldung: Einfach Name und Email-Adresse eingeben und du bist dabei! 

Ja, ich möchte am Webinar "The Work of Byron Katie" teilnehmen bzw. Zugang zur Aufnahme haben!

 

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Kundenmeinung

  • Ich bin selten so friedlich und aufgeräumt aus einer Praxis raus wie bei Susanne. Sie hat mich sehr gut verstanden und soviel Treffendes gesagt, dass ich froh war, eine Aufnahme zu haben. In den Tagen Weiterlesen
    image Maggi Bilgram aus Possenhofen im April 2017
  • Susanne Keck ist die begabteste Therapeutin, der ich begegnet bin. Durch sie durfte ich zum ersten Mal im Leben echte Hilfe erfahren. Probleme, die mich zuvor erdrückten, lockerten sich, wurden seicht, brachen teilweise ganz weg. Weiterlesen
    image Eine sehr geschätzte Kundin, die lieber anonym bleiben will - im Januar 2017
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Begleitung mit The Work of Byron Katie

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The Work of Byron Katie - Glauben Sie nicht alles, was Sie denken! Ich begleite Sie gerne in einem Trauerfall mit The Work of Byron Katie durch die Untersuchung Ihrer Gedanken.

 

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