Blog TheWork 11 17

Das bekommst du in diesem Blogartikel

  • Du erfährst, um was es bei The Work of Byron Katie geht!

  • Ich teile mit dir, wie mir The Work of Byron Katie aus der Krise geholfen hat.

  • Eine Einladung zum kostenlosen Webinar über The Work of Byron Katie.

Das Evangelium in unserem Kopf

“Gedanken sind Freunde, keine Feinde. Sie sind einfach das, was ist. Sie sind unschuldig. Wir machen sie nicht. Sie sind nicht persönlich." Byron Katie

Wir alle sind daran gewöhnt unsere Gedanken sehr persönlich zu nehmen und sie zu glauben. Wir glauben, dass sie etwas über uns bedeuten. Wenn zum Beispiel der Gedanke "Ich bin nicht gut genug" auftaucht, dann glauben wir, dass das tatsächlich über uns persönlich bedeutet, das wir nicht gut genug sind. Und wir finden natürlich auch genug Beweise in uns und unserem Leben (wie jeder Mensch auf der Welt)! Wenn wir uns dann aber unser ganzes Leben lang anstrengen, um endlich gut genug zu werden und glauben, dass wir den Gedanken damit "abstellen" können, dann stellen wir fest, dass der Gedanke dennoch auftaucht. Vielleicht strengen wir uns dann noch mehr an ... doch der Gedanke kommt wieder und wieder und wieder.

Wir alle glauben in Krisen jede Menge Gedanken ohne uns zu fragen. ob sie eigentlich wahr sind, z.B. dass das, was passiert ist, nicht hätte passieren dürfen. Dass es über uns bedeutet, dass wir nicht gut genug sind oder etwas falsch gemacht haben. Dass andere Menschen, Gott oder das Schicksal unfair und gegen uns sind. Dass wir (absichtlich) falsch behandelt wurden. Dass wir nicht (genug) geliebt bzw. respektiert oder gewertschätzt wurden oder werden. Dass wir nie mehr glücklich sein können. Dass uns jemand verstehen oder retten sollte. Das andere sich bei uns entschudigen sollten. Dass wir uns nicht so fühlen sollten, wie wir uns fühlen.

Warum kommen wir nicht auf die Idee, dass diese Gedanken nichts mit uns persönlich zu tun hat? Weil wir offensichtlich alles, was unser Gehirn an Sätzen und Bildern produziert behandeln, als ob es das Evangelium wäre. Meist kommen wir gar nicht auf die Idee, dass sie nicht die Wahrheit sein könnten und nichts über uns persönlich bedeuten könnten, dass sie Erscheinungen sind wie ein Regentropfen oder ein Sonnenstrahlen.

One Mind - wie ein einziges Gehirn!

The Work ist ein Weg, die Gedanken, die uns belasten und quälen zu untersuchen um zu sehen, ob sie wirklich wahr sind. The Work besteht aus 4 Fragen und Umkehrungen. Mehr dazu findest du hier.

Im ersten Schritt geht es darum, die Gedanken zu identifizieren, die unser Leid verursachen und ehrlich zu uns zu sein in Bezug auf unsere Überzeugungen. Oft nehmen wir unsere Gedanken so persönlich, dass wir uns ihrer schämen. Doch wenn man (wie ich) mit vielen Leuten über deren Gedanken spricht, dann sieht es so aus, dass wir alle dieselben Gedanken haben, als ob wir alle ein Gehirn wären. Es gibt keine neuen!

Es gibt keine verbotenen Gedanken

Manchmal meinst du vielleicht, dass du deine Gedanken nicht haben solltest, dass du spiritueller, freundlicher sein soltest oder dass du souveränder sein müsstest und das alles nicht so schwer nehmen. Doch solange du keine Verantwortung dafür übernimmst, dass du diese Gedanken glaubst und sie dir Leid verursachen, gibt es keine Hoffnung. 

Es ist im ersten Schritt wichtig zu erkennen, dass es ganz normal ist alle Arten von Gedanken zu haben (auch boshafte, kindische, unrealistische, irrationale, destruktive oder "abartige") und dass es nichts weiter bedeutet, als dass du Teil der Menschheit bist. Es gibt keinen Gedanken, der unmenschlich wäre. Insofern gibt es keine verbotenen Gedanken, sehr wohl aber leidvolle - und wenn du dir diese Gedanken verbietest oder so tust, als hättest du sie nicht, dann nimmst du dir auch die Chance auf Heilung.

Kannst du ganz sicher wissen, dass das wahr ist?

Einer der quälendsten Gedanken in meiner Krise rund um den Selbstmord meiner Mutter (kurz nach dem Tod meines Vaters) war "Alle haben mich verlassen". Konnte ich ganz sicher wissen, dass das wahr ist? Nein! Glaubte ich es dennoch? Natürlich! Doch mir wurde langsam klar, dass der Gedanke viel mehr wehtat, als die Tasache, dass meine Eltern tot waren. 

Mit The Work stellen wir die Gedanken, die uns Leid verursachen, in Frage. Wenn du zum Beispiel glaubst, dass jemand dich durch das was er oder sie getan oder gesagt hat ablehnt, dann fragt dich The Work, ob du wirklich ganz sicher wissen kannst, dass das wahr ist. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was die Person gesagt oder getan hat bedeutet, dass sie dich ablehnt?

Zunächst wirst du dich vielleicht wundern, warum du dich das überhaupt fragen sollst, da es doch wie eine Tatsache aussieht. Na klar war das ablehnend! Das haben doch auch alle, mit denen du gesprochen hast, bestätigt. Doch die Frage ist nicht, wie es ausgesehen hat oder wie es die anderen sehen, sondern ob du absolut sicher wissen kannst, dass die Person dich ablehnt.

Wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst?

Als ich den Gedanken glaubte, dass alle mich verlassen haben, fühlte ich mich unendlich einsam und verzweifelt, aber auch unwert. Ich glaubte, es läge daran, dass ich nicht gut genug war. Andersherum gesagt: wenn ich gut genug gewesen wäre, dann hätten mich nicht alle verlassen.

Schmerzliche Gedanken zu glauben tut sehr weh. Wenn ich glaube, dass mich jemand ablehnt, dann fühle ich die Folgen dieses Gedankens in meinem Körper. Mein negatives Gefühl kommt nicht von dem, was die andere Person getan oder gesagt hat, sondern von meiner Interpretation als "ablehnend". Durch die Interpretation mache ich die andere Person zum Feind und mich zum Opfer. Ich projiziere Ablehnung. Ich setze mich herab. Ich lehne mich ab.

Es ist wichtig dir selbst bezüglich deiner Gefühle und deiner Reaktionen auf den Gedanken ehrlich zu sein. Aller Gefühle und Reaktionen, auch Aggressionen dir selbst und der anderen Personen gegenüber, Selbstabwertung, Arroganz, Bedürftigkeit, Manipulation, Selbstgerechtigkeit etc.

Wer wärst du ohne den Gedanken?

Ohne den Gedanken, dass alle mich verlassen haben könnte ich sehen, wieviele Menschen noch da sind, wie sehr alle in meinen Gedanken und meinem Herzen sind. Ich könnte sehen, dass mein Wert nicht davon abhängt, dass ich dennoch ein Recht auf Glück habe. Wenngleich ich trauern würde um den Verlust, wäre da keine Schuld und keine Abwertung meiner selbst. Ich wäre nicht für immer "verdammt". Es gäbe Hoffnung. Ich wäre frei und voller Liebe zu mir selbst und den anderen.

Wer wärst du in derselben Situation ohne den Gedanken? Nicht in einer Traumwelt, in der alles ganz anders gelaufen wäre, sonern in der selben Situation, in der genau dasselbe passiert ist!

Vielleicht wärst du dann ganz bei dir? Vielleicht könntest du dem/der anderen authentisch zuhören? Vielleicht wüsstest du dann, dass es nichts mit dir persönlich zu tun hat? Vielleicht wärst du ruhig, bestimmt, offen, verbunden, interessiert?

Wer wärst du, wenn du diesen Gedanken einfach nicht glauben könntest?

Dreh's um!

Umkehrungen zeigen, aus wie vielen Perspektiven man einen Gedanken betrachten kann und wie wahr all diese anderen Perspektiven sein können. Ein Gedanke, den wir glauben, ist nicht mehr als ein klitzekleines Stückchen des unendlich großen Kuchens der Wirklichkeit. Und jede Umkehrung ist ein neues Stückchen. Je mehr Beispiele wie finden können, wie jede Umkehrung auch wahr oder wahrer sein kann, als der Originalgedanke, desto erleuchteter werden wir in Bezug auf die Wirklichkeit.

In meinem Fall war die wichtigste Umkehrung: Ich habe mich verlassen. Ja, denn indem ich glaubte, dass alle mich verlassen haben, weil ich so wertos bin, habe ich mir die Schuld aufgeladen. Ich habe die Geschichte erfunden, dass ich verlassen wurde weil ich mich zu wertlos fand um geliebt zu werden. Ich habe gedacht, dass ich nie mehr glücklich sein kann. 

Eine andere Umkehrung: Ich habe alle verlassen. Ja, indem ich ihnen unterstellt habe, mich nicht zu lieben, nicht an meinem Wohlergehen interessiert zu sein. Indem ich boshafte Gedanken über sie hatte.

Und die dritte Umkehrung: keiner hat mich verlassen. Ja, das ist wahr. Keiner hat mich je verlassen, denn alle sind so präsent in meinem Leben. "Verlassen" ist nur eine Geschichte, die ich erzähle.

Und was soll das Ganze?

The Work ist keine Quick-Fix-Methode um schnell ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Sie erfordert Ehrlichkeit. Sie erfordert, dass du lieber die Wahrheit wissen willst, als Recht zu haben! Wenn du The Work über die Gedanken machst, die dich quälen, dann wurst du Stück für Stück erkennen, dass keiner deiner Gedanken wahr ist. Du bist frei!

Kostenloses Webinar

am Dienstag, 5. Dezember um 19 Uhr über The Work of Byron Katie im Rahmen der Webinarreihe "Die 5 Dinge, die dich aus der Krise zurück ins Leben bringen".

Hier geht es dirket zur Anmeldung: Einfach Name und Email-Adresse eingeben und du bist dabei! 

Ja, ich möchte am Webinar "The Work of Byron Katie" teilnehmen bzw. Zugang zur Aufnahme haben!

 

Donnerstag, 09 November 2017 08:59

Dankbarkeit im Unglück - geht das?

DankbarkeitundLeid

Darum geht es in diesem Blogbeitrag:

  • Dankbarkeit und Unglück schließen sich nicht aus!
  • Du kannst jetzt sofort deine innere Dankbarkeit finden - egal in welcher Lebenssituation du gerade bist!
  • Du findest eine Einladung zu meinem kostenlosen Webinar über Dankbarkeit am Montag, 13.11. um 19 Uhr! Ich freue mich auf dich!

Nicht schon wieder Dankbarkeit!!

Vielleicht liest du öfter über Dankbarkeit: wie Dankbarkeit dein Glück und deine Resilienz vergrößern kann, wie Dankbarkeit deinen Weg aus der Krise vereinfachen kann und so fort.

Vielleicht denkst du jetzt: Oh nein, ich möchte nicht schon wieder an Dankbarkeit erinnert werden. Darf ich nicht mal in Ruhe wütend, traurig, verzweifelt oder hoffnungslos sein?

Natürlich darfst du das! Denn es geht gar nicht darum, dass du nicht fühlen darfst was du fühlst! Dankbarkeit will dir nicht deine negativen Erlebnisse wegnehmen, Dankbarkeit will nicht deine Gefühle bekämpfen. Es geht nicht darum, dass du (gefälligst) dankbar sein solltest, wenn du aber gerade verletzt oder wütend bist.

Alle Gefühle haben ihren Platz solange sie da sind. Leid und Dankbarkeit schließen sich nicht aus!

Unglück und Dankbarkeit?

Oft sagen wir meine Klienten/innen, dass sie in Zeiten des Leids nichts finden können, für das sie dankbar sein könnten. So als ob das Unglück, die Enttäuschung  oder die Wut die Brille ist, durch die sie die Welt sehen und alles Gute und Schöne durch diese Brille nicht sichtbar ist.

Wenn du diese Brille eine zeitlang getragen hast, dann kann es sein, dass du auch deine Vergangenheit und die Zukunft durch diese Brille betrachtest und auch dort nichts mehr Gutes erkennen kannst - so als ob dein Leben immer schon traurig und freudlos gewesen wäre.

Das stimmt natürlich nicht, denn es ist nur die Brille durch die du die Welt siehst! Es ist nicht die Wahrheit, dass es in deinem Leben nichts mehr Gutes gibt! Selbst am schlimmsten Tag deines Lebens gab es das Gute.

Don't be a traitor to misery!

Ich liebe das Zitat von Byron Katie, in dem sie sagt, dass wir keine Verräter des Unglücks sein wollen. Was meint sie damit? 

Wenn wir leiden, dann wehren wir uns innerlich dagegen irgendetwas wahrzunehmen, das nicht leidvoll ist oder etwas, das unserer Leidens-Geschichte widerspricht.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Wir wollen den Erwartungen unserer Umwelt entsprechen und wir denken, dass diese in bestimmten Situationen erwartet, dass wir leiden (z.B. nach Verlusterlebnissen).
  • Wir wollen die Hilfe und Unterstützung anderer nicht verlieren und denken, dass wir diese nur bekommen, wenn wir leiden.
  • Wir befürchten Beziehungen zu verlieren, die vielleicht zu einem großen Teil darauf aufbauen sich sich gegenseitig in der Berechtigung des Leidens zu bestätigen.

Wie du deine innere Dankbarkeit in jeder Lebenssituation finden kannst!

Wenn du ab und zu ein/e Verräter/in des Unglücks sein willst, dann wirst du vielleicht feststellen, dass Unglück und Dankbarkeit durchaus nebeneinender existieren können. 

Probiere es doch gleich einmal aus und betrachte deine Umgebung. 

Nimm dir jetzt ein oder zwei Minuten Zeit da wo du gerade bist, indem du alles was du siehst, hörst, fühlst, riechst, schmeckst mit Neugierde und Wohlwollen betrachtest, so als ob du es noch nie gesehen hättest.

Nimm alles wahr, was es da gibt - und wenn du wieder in deine Gedankenwelt abdriftest, dann bringe deinen Geist zurück ins Hier und Jetzt und nimm weiter alles um dich herum mit Neugierde und Wertschätzung wahr - alles was da ist!

Es ist ganz egal wo du bist und in welcher Lebenssituation, immer gibt es mehr als genug Dinge um dich herum für die du dankbar sein kannst.

Überlege dir, wie es zustande gekommen ist, dass diese Dinge jetzt für dich da sind, was Menschen dazu beigetragen haben mit ihrem Können, Wissen und ihrer Arbeit. Spüre die Dankbarkeit dafür, dass dies alles für dich da ist - auch wenn sie vielleicht ganz klein ist.

Genieße für einen Moment das gute Gefühl, dass - trotzdem du vielleicht gerade in einer schwierigen Lebenssituation bist - es so viel um dich herum gibt, das dich unterstützt.

Das Gute im Schlechten sehen lernen!

Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, dann könntest du dir auch überlegen, wie das Schlechte in deinem Leben auch gut ist. 

Vielleicht bedeutet Dankbarkeit gar nicht, sich etwas vorzumachen, sich etwas schön zu reden oder das Schelchte zu verdrängen?

Dabei geht es nicht darum, dich zu etwas zu überreden! Du darfst es weiterhin schlecht finden! Es geht nur darum, ein klitzekleines bisschen offen für die Möglichkeit zu werden, dass es neben dem Leid und dem Unglück, auch etwas Gutes an der Sache gibt.

Hier möchte ich nochmal Byron Katie zitieren: "Alles was geschieht geschieht für dich, nicht gegen dich! Es geschieht genau zum richtigen Zeitpunkt, nicht zu früh und nicht zu spät! Du musst es nicht mögen, es ist nur einfacher wenn du es tust!"

Vielleicht ist es sogar höchst realistisch für alles dankbar zu sein, was geschieht! Denn ohne unsere Erfahrungen und Erlebnisse wären wir ja nicht die, die wir sind.

Webinar "Dankbarkeit - das Gute im Schlechten sehen lernen" am Montag, 13.11. um 19 Uhr

Willst du mehr wissen und gemeinsam mit mir Dankbarkeit üben? Dann sei dabei bei meinem kostenlosen Webinar am Montag, 13.11. um 19 Uhr im Rahmen meiner Webinarreihe "Die 5 Dinge, die dich aus der Krise zurück ins Leben bringen". Melde dich auch an, wenn du keine Zeit hast, denn es gibt eine Aufzeichnung, die du dir jederzeit ansehen kannst!

Hier geht's zur Anmeldung:

Ja, ich will am Webinar "Dankbarkeit - Das Gute im Schlechten sehen lernen" teilnehmen!

Im November jährt sich der Todestag meiner Mutter. Sie hat sich am 07. November 2002 das Leben genommen, 7 Wochen nachdem mein Vater an einem Herzinfarkt gestorben ist. Ich weiß sehr gut, wie es ist, wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es war. Jeden November spüre ich wieder die Nachklänge aus Schmerz, aber mittlerweile auch viel Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe.

Also gibt es keine bessere Zeit, um einen Blogbeitrag über Verlust und Trauer zu schreiben!

Darum geht es in diesem Blogbeitrag:

Trauer als Krise

Meine Lieblingsdefintion von Krise ist: ... wenn das Alte gestorben ist und das Neue noch nicht geboren.

Auf kaum eine Art von Krise trifft das besser zu, als die emotionalen Tiefen, in die uns schwere Verlusterlebnisse stürzen. Wir trauern um den Verlust des Alten und sehen nichts Neues vor Augen.

Aber es war doch nur ein Meerschweinchen ...

Dabei gilt als schwerer Verlust nicht nur der Tod eines geliebten Menschen! Auch Trennungen und Scheidungen oder der Verlust wichtiger Aufgaben, wie z.B. eines Jobs, kann einen Menschen in eine Krise stürzen.

Es ist wichtig, dass du dir deine Trauer zugestehen darfst. Selbst wenn es "nur" das Meerschweinchen ist oder eine gerade erst begonnene Beziehung. In der Trauer gibt es kein "nur"!

Trauerst du auch richtig?

Trauer hat viele - teilweise völlig gegensätzliche und ambivalente - Gesichter: von Erstarrung und Taubheit bis hin zu kaum erträglicher Verzweiflung und manischer Aufregung. Von Gefühlen der Liebe und der Sehnsucht bis hin zu brennender Wut und Aggression.

Du erlebst deine eigene individuelle Mixtur aus Zuständen, die von vielen Faktoren abhängt und für dich genau richtig ist.

Alle Versuche, bestimmte Phasen von Trauer festzulegen führen nur dazu, dass Menschen ihr Erleben vergleichen und sich fragen: trauere ich "richtig"? Bin ich krank oder normal?

Voll krank, oder?

In der Trauer gibt es keine Regeln. Sie ist so vielfältig wie das Leben der Menschen, die sie durchmachen. Aber eines ist gewiss: Trauer ist keine Krankheit! Sie ist eine normale Reaktion, die es dir ermöglicht, mit dem Verlust umzugehen ... auch wenn sich in diesen Zeiten kaum etwas normal anfühlt.

Ganz egal wie deine Trauer aussieht, wie lange sie anhält und ob sie sich früher oder später zeigt, das alles ist im Bereich des normalen Erlebens von Menschen!

Schmerz, Isolation, und Zweifel

Menschen die in Zeiten der Trauer zu mir kommen haben oft drei Probleme und vielleicht findest du dich in dem ein oder anderen wieder:

1. Schmerz - Trauer tut weh.

Die Wissenschaft hat kürzlich bewiesen, dass Verluste tatsächlich körperliche Schmerzen hervorrufen. Oft berichten Trauernde von solchen förmlich körperlich spürbaren Schmerzen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

2. Isolation - Trauer führt zu Gefühlen des Getrenntseins

Viele Menschen berichten, dass die Trauer eine Art Wand zwischen ihnen und den anderen zu erschaffen scheint und sie sich allein und verlassen von der ganzen Welt fühlen.

3. Zweifel und Scham - Trauer lässt Menschen an sich zweifeln.

Häufig wissen Trauernde nicht, ob das, was sie erleben, "richtig" ist und was Anzeichen einer "erfolgreichen" Trauer sei.

Darfst du nach Monaten immer noch verzweifelt sein? Hättest du nicht längst schon loslassen müssen? Oder solltest du nicht trauriger sein, als du es bist? Darfst du wütend oder gar glücklich sein?

1. Den Schmerz der Trauer lindern

Im Buddhismus gibt es die schöne Formel: Leid = Schmerz x Widerstand.

Widerstand gegen körperliche oder psychische Schmerzen ist eine normale menschliche Reaktion, die Leid vermeiden will. Wir leisten Widerstand, indem wir z.B. unsere Muskeln verhärten, uns ablenken oder unsere Gefühle betäuben. Das ist gut, denn so können wir immer nur so viel Schmerz zulassen, wie wir glauben aushalten zu können.

Auf die Dauer jedoch führt großer Widerstand zu Leid, denn die Gefühle bzw. Schmerzen lassen sich nicht dauerhaft wegdrängen. Sie werden dann oft zu ständigen latenten Begleitern, die ihren Weg in unser Bewusstsein suchen, wann immer sie eine Gelegenheit dazu bekommen, z.B. wenn mal Ruhe ist oder wenn wir alleine sind. Dies führt dazu, dass wir auf der Flucht sind vor den Gefühlen und unsere Angst vor ihnen immer größer wird. Bis wir vielleicht irgendwann befürchten, wie würden es nicht überleben, wenn wir sie einmal wirklich zuliessen. (Zu deiner Beruhigung: bisher ist noch jeder lebend aus einem Termin mit mir gekommen).

Ein guter Weg für dich, um auf behutsame Weise Zugang zu deinen Gefühlen und deinem Widerstand zu erlangen, ist (wieder) in Kontakt mit deinem Körper zu kommen. Dabei hilft dir z.B. ein bewusster oder vielleicht sogar liebevoller Kontakt mit dem Körperbei so alltäglichen Dingen wie Gehen, Duschen oder Baden, Eincremen, Essen, oder Sport. Oder einmal schmerzhafte Körperstellen zu dehnen, zu massieren oder einzuölen.

Eine gute Übung aus der Achtsamkeitspraxis für Trauernde ist der Bodyscan - eine innere Körperabtastung - in der du bewusst Aufmerksamkeit und Wertschätzung an schmerzende oder verspannte Stellen des Körpers schickst.

Hier findest du einen Body-Scan aus meiner Sammlung kostenfreier Ressourcen, die ich auf dieser Webseite für dich zur Verfügung stelle

2. Wege aus der Isolation

Oft berichten Trauernde, sie fühlten sich wie in einer Blase aus Einsamkeit, ohne Unterstützung, anders als alle anderen, völlig einsam und getrennt.

Ein wichtiger Faktor der Isolation ist Scham. Scham ist das schlimme Gefühl das eintritt, wenn du glaubst, dass mit dir etwas nicht stimmt und dass du deshalb keine Liebe und Zugehörigkeit verdienst. Vielleicht glaubst du, es könne eh keiner verstehen und nachempfinden? Vielleicht schämst du dich dafür, dass du nicht so fühlst wie du meinst fühlen zu müssen oder wie andere es von dir erwarten? Vielleicht fühlst du Schuld oder Wut und verurteilst dich dafür?

Scham gedeiht am Besten im Schweigen. Wenn wir nie mit jemandem darüber reden, wie es uns geht, dann können wir auch nie feststellen, dass es anderen genauso geht oder dass sie es verstehen können. Vielleicht möchtest du dich jemandem anvertrauen, der aus deiner Sicht würdig ist, deine wahren Gefühl und Gedanken zu kennen?

Im Buddhismus gibt es den Begriff der "Geteilten Menschlichkeit". Das bedeutet, dass es nichts gibt, was uns aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließt. Keine noch so extremen Gefühle oder keine noch so extreme Gefühllosigkeit disqualifiziert dich ein Teil der Menschheit zu sein. Wir sind alle miteinander verbunden und nichts kann uns tatsächlich trennen - außer wir glauben, getrennt zu sein.

Einige Meditationen legen den Fokus auf die Verbindung zwischen allen Wesen und der "geteilten Menschlichkeit" und diese sind für Trauernde sehr heilsam, wie z.B. die Selbstmitgefühlspause weiter unten.

3. Selbstakzeptanz - Zu sich und der eigenen Art der Trauer stehen

Trauer ist universell, das heißt, dass alle Menschen sie gleichermaßen erleben können und gleichzeititg höchst individuell, das heißt, dass sie sich bei unterschiedlichen Menschen ganz anders zeigen kann.

Es gibt kein allgemeingültiges Zeichen einer "erfolgreichen" Trauer. Für manche bedeutet gelungene Trauer, die Liebe und Verbindung zu einem Menschen den Rest des Lebens zu spüren und auf eine Art sogar zu feiern. Für manche bedeutet erfolgreiche Trauer sich von etwas abzuwenden und neu zu beginnen. Für manche bedeutet es, Wut zuzulassen und die Dinge neu zu bewerten. Für manche bedeutet es in erster Linie sich selbst zu entdecken und eine neue Beziehung zu sich selbst aufzubauen.

Erst wenn ich meine Gedanken und Gefühle so annehme, wie sie sind kann ich mich ihnen überhaupt zuwenden. Jede Form von vorgefertigter Vorstellung, wie Trauer sich anfühlen und wie sie aussehen sollte verhindert das.

Die Selbstmitgefühlspause ist eine wunderbare Übung aus der Selbstmitgefühlspraxis, die dir helfen kann, deine schmerzlichen Gefühle behutsam anzunehmen und mit geteilter Menschlichkeit und Selbstfreundlichkeit auf sie zu reagieren. Auch diese Übung kommt aus meiner Sammlung kostenloser Ressourcen, die ich hier für dich zur Verfügung stelle!

Doch zuvor noch eine Ankündigung!

Zurzeit läuft meine kostenlose Webinarreihe "Die 5 Dinge, die Sie aus der Krise zurück ins Leben bringt".

Nächste Woche (also ab dem 30.10.2017) geht es um Selbstmitgefühl, die Kunst der Freundschaft mit sich selbst.

Das ganze Programm mit Terminen finden Sie hier! Zur Anmeldung geht es hier!

Ich freue mich auf dich!

 Und hier nun die wunderbare Selbstmitgefühlspause! 

 

Seite 1 von 30

Begleitung mit The Work of Byron Katie

cf the work logo medium2

The Work of Byron Katie - Glauben Sie nicht alles, was Sie denken!

 

Erfahren Sie mehr!

Kundenmeinung

  • Ich bin selten so friedlich und aufgeräumt aus einer Praxis raus wie bei Susanne. Sie hat mich sehr gut verstanden und soviel Treffendes gesagt, dass ich froh war, eine Aufnahme zu haben. In den Tagen Weiterlesen
    image Maggi Bilgram aus Possenhofen im April 2017
  • Susanne Keck ist die begabteste Therapeutin, der ich begegnet bin. Durch sie durfte ich zum ersten Mal im Leben echte Hilfe erfahren. Probleme, die mich zuvor erdrückten, lockerten sich, wurden seicht, brachen teilweise ganz weg. Weiterlesen
    image Eine sehr geschätzte Kundin, die lieber anonym bleiben will - im Januar 2017
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Newsletter