ON POINT

Steckst du gerade in einer akuten oder chronischen Krise und fragst dich, wie du da jemals wieder herausfinden sollst? Verlierst du langsam die Hoffnung, dass es dir jemals wieder gut gehen wird und du ein zufriedenes Leben führen kannst?

Dann bist du hier genau richtig! In den nächsten Wochen wird sich hier alles rund um die 5 Dinge drehen, die dich aus Krise zurück ins Leben bringen!

Was sind diese 5 magischen Dinge?

1. Achtsamkeit - nach Hause kommen zu dir selbst

2. Selbstmitgefühl - Die Kunst der Freundschaft mit dir selbst

3. Dankbarkeit - Das Gute im Schlechten sehen lernen

4. Negative Glaubenssätze infrage stellen - The Work of Byron Katie

5. Die Kraft der inneren Bilder nutzen - Imagination

In meiner 15jährigen Erfahrung als Psychotherapeutin in der Begleitung von Menschen in Krisen haben sich diese 5 Praktiken als wunderbare Hilfsmittel erwiesen, um Menschen dabei zu unterstützen ihre Krise als Sprungbrett in ein erfüllteres Leben zu nutzen. Und auch in meinem Leben sind dies die Häfen und Kraftorte in die ich mich zurückziehe um Kraft und Hoffnung zu schöpfen, wenn ich schmerzliche Erlebnisse habe.

1. Achtsamkeit in der Krise

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.
Wenn die Achtsamkeit etwas Schmerzhaftes berührt, wandelt sie es um und heilt es.
Thich Nhat Hanh

Doch nun zum ersten Werkzeug, das dir dabei hilft, aus der Krise zu kommen, nämlich Achtsamkeit.

Es gibt viele Definitionen von Achtsamkeit:

  • Nicht-wertende wohlwollende Aufmerksamkeit auf den jetzigen Moment.
  • Wirklich "da" sein mit dem, was gerade ist.
  • Annehmende Haltung gegenüber der gegenwärtigen Erfahrung.

Wenn wir achtsam sind, dann nehmen wir unsere inneren Regungen, seien es Sinneswahrnehmungen (also, was ich höre, sehe, rieche, schmecke, spüre), seien es Gefühle oder Gedanken wohlwollend an, ohne sie zu bewerten. So, als ob du ein/e wohlwollende/r Beobachter/in deines Innenlebens wärst, ohne direkt involviert zu sein.

Bestimmte Gefühle und Gedanken jedoch wollen wir nicht so gerne annehmen, besonders die körperlichen und seelischen Schmerzen, die wir in Krisen oft haben, wie Traurigkeit, Wut, Scham, Verzweiflung etc. In der Achtsamkeit üben wir, sie einfach wahrzunehmen, ohne sie loswerden zu wollen.

Eine Vielzahl an Studien haben gezeigt: Wer sich täglich in Achtsamkeit übt, stärkt seine Gesundheit, seine Körperwahrnehmung und gewinnt an Gelassenheit und Ruhe. Indem du dein inneres Erleben mit allen positiven und negativen Gefühlen, Gedanken, Befürchtungen sowie sämtlichen Körperwahrnehmungen einfach geschehen lässt, kannst du Abstand zu dir selbst und gleichzeitig Selbstakzeptanz gewinnen.

Wer alles wahrnimmt ohne zu bewerten, kann erleben, wie Gefühle und Gedanken kommen und wieder gehen. Und je geübter man darin wird, sich und seine Regungen wie ein wohlwollender Beobachter zu betrachten, umso mehr verlieren auch negative Gefühle und Gedanken ihre Durchschlagskraft. Du reagierst mit der Zeit nicht mehr so heftig drauf.

Achtsamkeit eröffnet dir einen neuen Blickwinkel, in gewissem Sinne auch ein Stück Gelassenheit und Weisheit. Das große Kino, das sich täglich in unseren Köpfen (in Form von tausenden von Gedanken) und Körpern (in Form der daraus entstehenden Gefühle) abspielt, können wir auch aus der Vogelperspektive betrachten, ohne gleich einzugreifen. Die Gelassenheit, die du dabei entwickelst, macht es einfacher, dich selbst und auch die Dinge so zu akzeptieren wie sie eben sind.

Widerstand - Was wir fühlen können, können wir heilen

Das Gegenteil von Achtsamkeit ist Widerstand. Hier bedeutet Widerstand den Wunsch, dass unsere Erfahrung in diesem Moment anders sein möge als sie ist.

Jeder kennt das: wir wehren uns innerlich gegen die Realität. Wir wollen Dinge nicht wahrhaben, die uns aus unserer Komfortzone bringen. Wir wollen nicht den Schmerz des Verlassen- oder Enttäuscht-Werdens spüren. Wir wollen nicht die Angst vor dem Ungewissen fühlen. Wir wollen uns nicht in Situationen begeben, in denen wir beschämt werden oder Angst haben könnten. Wir wollen uns nicht mit bestimmten Problemen oder Realitäten befassen, wenn wir sie als überfordernd erleben könnten. Das ist ganz normal, denn wir wollen uns vor dem Leiden schützen. Doch schützt uns der Widerstand gegen Gefühle und Empfindungen wirklich?

Im Buddhismus lautet die Formel für Leid:

Leid = Schmerz x Widerstand.

Körperlicher und seelischer Schmerz ist Teil des Lebens. Alle Menschen erleben früher oder später Schmerzen, seien es körperliche oder seelische Schmerzen durch Krankheiten oder Verlusterlebnisse. Wenn wir jedoch versuchen, gegen diesen Schmerz anzukämpfen wird er meist noch schlimmer und es entsteht Leid.

Dieser Widerstand ist der Hauptgrund für unser Leid, denn er vergrößert den Schmerz und verhindert das Mitgefühl mit uns selbst. Wenn ich nicht bereit bin meinen Schmerz erst einmal ohne Bewertung anzunehmen, dann kann ich auch nicht freundlich zu mir sein, wenn ich leide. Deshalb ist achtsames Wahrnehmen von schmerzlichen gefühlen so wichtig für ihre Heilung: erst was ich fühlen kann, kann ich auch heilen. Erst wenn ich Ja (nicht Hurrahh, sonder nur Ja) zu meinem Schmerz sagen kann, kann er gelindert werden.

Die einfache achtsame Feststellung: "Da ist Schmerz." oder "Das tut weh." oder "Da ist Angst." mit einer wohlwollenden mitfühlenden inneren Haltung kann schon alles verändern.

Möchtest du mehr über Achtsamkeit in Krisen erfahren, geeignete Übungen kennen lernen und mit mir gemeinsam in einem kostenlosen Webinar Achtsamkeit erleben?

Weiter unten kannst du dich zu meiner kostenlosen Webinarreihe anmelden.

Direkt nach der Anmeldung bekommst du einen Link mit dem Zugang zur Webinarreihe und du hast sofort Zugriff auf alle Inhalte und Webinartermine!

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Gedeihst du schon groß

 

Was du in diesem Blogbeitrag bekommst:

  • Du erfährst, warum du dich in Krisen oder nach Fehlern oder Enttäuschungen so fertig machst, obwohl das alles nur schlimmer macht,
  • warum es so schwer ist stattdessen freundlich zu dir zu sein und
  • wie dich Selbstmitgefühl resilient und widerstandsfähig macht.

Bist du ein Vulkanier?

Läuft bei dir immer alles glatt? Gibt es in deinem Leben nur gute Zeiten, niemals Rückschläge, Krisen oder Mißerfolge? Machst du immer alles richtig? Geht es dir immer super und erlebst du nie schmerzliche oder unangenehme Gefühle, wie Wut, Ärger, Traurer, Scham, Neid, Enttäuschung oder Erschöpfung?

Wenn du ein Mensch bist und kein Roboter oder Außerirdischer (z.B. Vulkanier ;-) ist deine Antwort auf alle diesen Fragen: nein!

Natürlich geht es in deinem Leben genauso auf und ab wie im Leben aller anderen Menschen. Und manchmal geht es eben ganz schön weit bergab ... so weit, dass du kaum noch einen Weg nach oben erkennen kannst. Und erfahrungsgemäß geht es irgendwann auch wieder bergauf ... ab und zu ganz weit nach oben!

Krise? Geht gar nicht ...

Wenn das bei allen Menschen so ist, warum machen wir uns dann selber so fertig, wenn es bei uns gerade mal bergab geht? Warum tun wir so, als ob alle anderen Menschen auf der Welt so viel besser mit ihrem Leben zurecht kämen als wir? Warum beschimpfen wir uns innerlich nach Mißerfolgen oder Fehlern, als ob das etwas ganz Unerhöhrtes und Nie-Dagewesenes wäre, das Andere auf gar keinen Fall erfahren dürfen ... "Was? Fehler? Krisen? Enttäuschung? Leid? Igittigitt, sowas haben wir hier nicht!"


4-Wochen Onlinekurs "Selbstmitgefühl - Freundschaft schliessen mit dir selbst"

Am 22. September beginnt mein 4-Wochen Onlinekurs "Selbstmitgefühl - Freundschaft schließen mit dir selbst". Hier findest du mehr Informationen zum Kurs!

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Muster aus der Kindheit

Die Antwort ist: weil wir es so gelernt haben, meist in unserer Kindheit. Wenn wir als Kinder Angst bekommen, dass wir die Liebe und Zugehörigkeit unserer Eltern verlieren könnten, beginnen wir damit, uns zu bemühen so zu sein wie wir glauben, dass unsere Eltern (und später unsere Freunde, Partner etc.) uns haben wollen. Jeder durchläuft diese Phase, in der er/sie versucht "gut genug" zu sein, um Liebe, Anerkennung und Wertschätzung zu bekommen. Oft bilden sich dabei solche Glaubenssätze bzw. Grundüberzeugungen, wie z.B.

  • Du darfst nicht schwierig sein.
  • Mädchen werden nicht wütend!
  • Jungs haben keine Angst!
  • Du musst es allen Recht machen.
  • Du darsft nicht schwach sein.
  • Du musst mich stolz machen.
  • Wenn du erfolgreich bist, bist du gut genug.
  • etc. (Es gibt unendlich viele Varianten dieses Themas)

In der Folge beginnen wir uns zu be- und oft auch zu verurteilen, wenn wir nicht so sind, wie wir unserer Meinung nach sein sollten. Mißerfolge, Krisen, Rückschläge oder Enttäuschungen stehen da nicht besonders gut im Kurs und so kommt es, dass wir beginnen ernsthaft zu glauben, dass das Auftreten dieser Phänomene bedeuten würde, dass wir nicht gut genug sind bzw. mit uns etwas nicht stimmt und wir die Liebe, Zugehörigkeit und Wertschätzung anderer Personen verlieren, wenn das sichtbar würde.

Das Ego liebt Drama!

Bei näherer Betrachtung (aus den Augen unseres erwachsenen Ichs) ist das ein völlig absurder Gedanke, etwas für abnormal und beschämend zu halten, das alle Menschen gleichermaßen erleben (auch wenn sie nicht darüber reden). Das wäre, wie wenn du glauben würdest, dass du nicht gut genug bist, weil du eine Nase oder Ohren hast. All das gehört zum Mensch-Sein.

Es ist ganz normal, dass wir diesen absurden Glauben in unserer Kindheit entwickeln. Doch wir dürfen ihn als Erwachsene infrage stellen!

Was ist eigentlich so attraktiv daran zu glauben, dass wir keine Krisen, Enttäuschungen oder Schwächen haben dürfen? Ganz einfach: unser Ego liebt Drama, Leid und Probleme und macht so gerne unsere individuelle (Leidens-, und Opfer-)Geschichte daraus. Wenn ich annähme, dass alle Aufs und Abs und das ganze dazugehörige Gefühlsspektrum menschlich und normal sind, dann bin ich nichts Besonderes mehr. Dann bedeutet Erfolg nicht, dass ich generell besser bin als andere und Mißerfolg nicht, dass ich generell schlechter bin als andere. Dann bin ich einfach ein durchschnittlicher Menschl, der seinen Weg voller Aufs und Abs geht, Stärken und Schwächen hat und dabei Erfahrungen macht, lernt, wächst und sich entwickelt. Langweilig? Im Gegenteil!

Selbstmitgefühl macht resilient!

In meiner Erfahrung ist eines der größten Hindernisse dabei Fehler, Krisen, Mißerfolge oder Enttäuschungen zu überstehen und an ihnen zu wachsen die teilweise harschen Selbstvorwürfe, die wie uns dafür machen, in dieser Lage zu sein. Als ob das alle anderen treffen dürfte, nur uns nicht.

Ohne die Verurteilung und die Bewertung kann ich den Erfahrungen in meinem Leben - seien sie positiv oder negativ - offen entgegentreten, denn ich mache sie nicht mehr zum Richter darüber, ob ich gut grundsätzlich genug bin oder nicht. Ohne die Frage nach meinem grundlegenden Wert als Mensch zu stellen, kann ich auf Fehlern, Schwächen, Mißerfolgen und Krisen voller Verständnis und Selbstmitgefühl reagieren und mich dabei unterstützen, den Weg nach oben wieder zu finden und aus den Erfahrungen zu lernen. Oft viel besser und schneller, als wenn ich mich verurteile!

In der Krise sieht man nicht immer gut aus

Natürlich geht das nicht immer "clean" ab. Genauso wie zu den Hochzeiten des Lebens Gefühle wie Glück, Freude, Stolz und Liebe gehören, gehören zu den schlechten Zeiten Gefühle wie Verzweiflung, Angst, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und manchmal auch Wut. Das Leben ist manchmal "messy" und um aus Krisen gestärkt und ein bisschen weiser als vorher herauszukommen müssen auch die "unordentlichen" Gefühle gefühlt werden, müssen Tränen fliessen und auch einmal ordentlich geflucht werden. In Krisen sieht man eben nicht immer gut aus.

Die Fähigkeit, die in meiner Erfahrung am allermeisten dabei hilft

  • Rückschläge und Krisen auf resiliente Art zu verarbeiten,
  • an ihnen zu wachsen und
  • zu erkennen, dass es nichts mit unserem Wert als Mensch zu tun hat, wenn wir solche Zeiten erleben,

ist Selbstmitgefühl - die Kunst der Freundlichkeit zu sich selbst.

Was ist Selbstmitgefühl?

Selbstmitgefühl besteht aus 3 Komponenten:

1. Achtsamkeit, d.h. die Fähigkeit mit den eigenen Gefühlen präsent zu sein ohne sie zu verurteilen

Erst wenn du deine eigenen schmerzlichen Gefühle ok findest, kannst du freundlich und verständnisvoll reagieren und sie lindern. Oft jedoch lehnen wir instinktiv bestimmte schmerzliche Gefühle ab - in der Hoffnung, dann nicht leiden zu müssen. Dummerweise verstärkt dieser Widerstand die Gefühle eher, als sie zu beenden. Der Weg hinaus ist der Weg hindurch!

2. Geteilte Menschlichkeit, d.h. die Einsicht, dass Leid zum Mensch-Sein gehört und du - genauso wie jedes andere Wesen - Mitgefühl und Freundlichkeit verdienst

Wie oben beschrieben fühlen wir uns oft isoliert, wenn wir unserer Meinung nach "nicht gut genug" waren. So als ob alle anderen Menschen glücklicher und begabter wären als wir. Das ist eine Auswirkung deiner eigenen Selbstverurteilung. Du schießt dich selber ins Aus, wenn du glaubst, nur du würdest solche Zeiten erleben. In Wahrheit gehörst du zu den Menschen, egal ob du gerade glücklich bist oder nicht.

3. Selbstfreundlichkeit, d.h. den Vorsatz zu treffen freundlich mit sich selbst umzugehen

Freundlich mit dir selbst umzugehen erfordert deine Entscheidung bzw. deinen Vorsatz und dein Versprechen jeden Tag das Beste zu tun. Auch hier gilt: es ist ein Wachstumsprozess, der nicht am ersten Tag gelingen wird, sondern Schritt für Schritt. Wenn du diese Intention nährst und dein Bestes tust, dann wirst du jeden Tag freundlicher zu dir. Du kannst jeden Tag besser mit den Herausforderungen des Lebens und den unvermeidlichen Rückschlägen umgehen. Du wirst jeden Tag mehr aufblühen und gedeihen.

Möchtest du 4 Wochen lang deinen Selbstmitgefühlsmuskel trainieren?

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Ja, ich will mich für den Kurs für € 98,- anmelden!

 

Montag, 04 September 2017 21:41

Das Mindset des Selbstmitgefühls

Mindset

Was du in diesem Blogbeitrag erfährst:

  • Die 3 Elemente des Selbstmitgefühls-Mindset,
  • 2 leicht umsetzbare praktische Übungen,
  • einen Selbstmitgefühls-Test und
  • eine Einadung zu meiner kostenlosen Webinarreihe "Selbstmitgefühl - die Kunst der Freundschaft mit dir selbst"

Mindset

Im Grunde basiert Selbstmitgefühl - also die Kunst der Freundschaft mit sich selbst - auf 3 Säulen, die man als Grundüberzeugungen oder als ein Mindset bezeichnen kann:

1. Meine Gefühle sind ok.

2. Fehler und Schwächen gehören zum Mensch-Sein.

3. Ich verdiene Freundlichkeit und Verständnis.


Kostenlose Webinarreihe "Selbstmitgefühl"

Willst du mehr darüber wissen, wie du Selbstmitgefühl praktizieren kannst? Dann sei dabei bei einem meiner kostenlosen Webinare

Montag, 11.9. um 19 Uhr

Dienstag, 12.9. um 9 Uhr oder

Donnerstag 14.9. um 12 Uhr

Hier geht's zur Anmeldung!


Meine Gefühle sind ok

Die Grundlage von Selbstmitgefühl ist Achtsamkeit. Achtsamkeit bedeutet wirklich da zu sein bei dem, was jetzt gerade passiert und zwar ohne es zu beurteilen. Im Bezug auf deine eigenen Gefühle bedeutet Achtsamkeit, dich ab und zu im Laufe des Tages ehrlich zu fragen: "Wie geht es mir? Was ist in mir gerade lebendig?", um dabei deinen Gefühlen mit Neugier und Offenheit zu begegnen.

Wir lernen jedoch, schmerzlichen Gefühlen mit Widestand zu begegnen aus dem verständlichen Wunsch heraus, nicht leiden zu wollen. Wir beginnen, negative Gefühle zu verurteilen und in uns abzulehnen. Wir entwicklen Überzeugungen, wie z.B. "Ich sollte keinen Ärger / keine Trauer / keine Wut / keine Erschöpfung / keine Deprimiertheit empfinden".

Doch leider funktioniert es nicht, denn der Widerstand vergrößert das Leid. Im Buddhismus gilt die Formel: Schmerz + Widerstand = Leid.

Wenn ich gut zu mir sein will, dann ist der erste Schritt meine Gefühle ok zu finden. Das bedeutet nicht, sie zu dramatisieren oder mich im Selbstmitleid zu suhlen, sondern sie achtsam wahrzunehmen solange sie da sind.

Selbstliebe und Selbstmitgefühl setzt voraus, dass du ok bist, so wie du bist. Mit all deinen Gefühlen. Erst dann kannst du wirklich mitfühlend und freundlich auf dein eigenes Leid reagieren.

Praxis: Bei dir einchecken

Checke doch ein paar Mal am Tag kurz bei dir ein, indem du die Hand auf deine Herzregion legst, als Zeichen dafür, dass du dir gerade freundliche Aufmerksamkeit schenkst und frage dich, wie es dir gerade geht. Und dann höre dir selbst zu ohne dich zu verurteilen, voller Neugier und Offenheit "Ah, da ist Ärger / Freude / Traurigkeit / Wut / Stolz / Erschöpfung ...". Spüre kurz in deinen Körper und lasse mit dem Ausatmen in bisschen Anspannung ab. Sag dir, dass es ok ist, wie es dir gerade geht. Genieße gute Gefühle und lass dir Mitgefühl und Verständnis zukommen für schmerzliche Gefühle.

Das Ganze muss nicht länger als 30 Sekunden dauern und kann sehr viel verändern!

Fehler und Schwächen gehören zum Mensch-Sein

Oft hacken wir erbarmungslos auf uns herum, wenn wir meinen etwas falsch gemacht zu haben oder wenn wir einen Mißerfolg erlebt haben. So als ab ob das verboten wäre, als ob man sich dafür schämen müsste nicht perfekt und völlig makellos zu sein.

Als Kinder entwickeln wir diese irrige Annahme, dass wir irgendwie (brav, stark, klug, erfolgreich, pflegeleicht, hilfsbereit, süß ...) sein müssen, um liebenswert zu sein und dazu zu gehören. Wir befürchten, ausgestossen und nicht mehr geliebt zu werden, wenn sich herausstellt, dass wir eben doch nicht perfekt sind.

Als Kinder verstehen wir noch nicht (oder besser gesagt: nicht mehr), dass es Perfektion nicht gibt, dass Fehler unbedingt notwendig sind um zu lernen, dass Mißerfolge unsere Widerstandsfähigkeit stärken.

Deshalb schämen wir uns in Grund und Boden für etwas, das alle Menschen gleichermassen erleben. Es ist schon absurd, wie sehr wir meinen, dass wir mit unserem Gefühl von Inadäquatheit, Scham und Fehlerhaftigkeit ganz alleine sind; wie sehr wir in Krisen oder schweren Momenten glauben, dass alle viel besser mit dem Leben zurecht kommen und viel glücklich sind als wir. Wie wir wirklich glauben, dass kein einziger von den 7 Milliarden (!!) Menschen auf der Welt genauso leidet wie wir, sich genauso ungenügend fühlt wie wir und genauso Mitgefühl und Trost verdient wie wir.

In einen Witz verpackt: Was sind die letzten Worte eines 85-jährigen Mannes auf dem Totenbett? 'Warum ich?" - Wir lieben es, unser Leid für einzigartig und unübertroffen zu halten und isloieren uns dadurch selbst von dem Gefühl der Gemeinschaft, das wir als zutiefst soziale Wesen so sehr brauchen.

Bei näherer Betrachtung ist das völlig absurd: wir sind alle gemeinsam Menschen, die alle gute und schlechte Zeiten erleben. Wir machen alle Fehler und fühlen uns mehr oder weniger beschämt, wenn sie passieren. Wir alle wachsen an unseren Mißerfolgen. Wir sind nicht getrennt voneinander.


Kostenlose Webinarreihe "Selbstmitgefühl"

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Montag, 11.9. um 19 Uhr

Dienstag, 12.9. um 9 Uhr oder

Donnerstag 14.9. um 12 Uhr

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Ich verdiene Freundlichkeit und Verständnis

Der dritte Aspekt des Selbstmitgefühls-Mindset ist die Überzeugung, Freundlichkeit, Trost und Mitgefühl zu verdienen. Per se. Einfach, weil man ein Mensch ist. Ohne Vorbedingungen.

Häufig jedoch glauben wir, wir hätten unsere eigene Freundlichkeit erst verdient, wenn wir bestimmte Ziele erreicht haben, wenn wir endlich "gut genug" geworden sind (was auch immer das für jede/n Einzelne/n heißt). Ganz abgesehen davon, dass diese Karotte immer vor uns her wandert und wir nie "gut genug" zu werden scheinen, gibt es für Mitgefühl keine Voraussetzungen. Man verdient Mitgefühl, weil man Mensch ist und fehlbar ist.

Du darfst freundlich zu dir sein, auch wenn du die 10 kg nicht nicht abgenommen hast, keine Beförderung erhalten hast, immer noch arbeitslos oder depressiv bist, zum x-sten Mal bei einer Sache versagt hast, du jemanden angeschrien hast ... oder was auch immer dich deiner Meinung nach für Mitgefühl disqualifiziert.

Praxis: Metta

In der jahrtausende alten buddhistischen Metta-Meditation werden traditionelle Sätze gesprochen, die allen Wesen inklusive einem selbst Glück und Mitgefühl spenden - weil davon ausgegangen wird, dass du und alle Wesen gleichermassen Glück und Mitgefühl verdienen. Diese Sätze lauten

Mögest du glücklich sein, Mögest du frei sein von Leid und Angst, Mögest du mit Leichtigkeit leben.

Vielleicht magst du ab und zu, wenn du in einem öffentlichen Verkehrsmittel sitzt oder zur Fuß unterwegs bist, Menschen innerlich Glück und Freiheit von Leid wünschen. Denn wir alle wünschen uns Glück und Mitgefühl.

Wieviel Selbstmitgefühl hast du?

Und zum guten Schluß: Mach doch meinen Selbstmitgefühls-Test und finde heraus, wie es um deine Selbstfreundlichkeit bestellst ist.

 

Zum Selbstmitgefühls-Test

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Begleitung mit The Work of Byron Katie

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The Work of Byron Katie - Glauben Sie nicht alles, was Sie denken!

 

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Kundenmeinung

  • Ich bin selten so friedlich und aufgeräumt aus einer Praxis raus wie bei Susanne. Sie hat mich sehr gut verstanden und soviel Treffendes gesagt, dass ich froh war, eine Aufnahme zu haben. In den Tagen Weiterlesen
    image Maggi Bilgram aus Possenhofen im April 2017
  • Susanne Keck ist die begabteste Therapeutin, der ich begegnet bin. Durch sie durfte ich zum ersten Mal im Leben echte Hilfe erfahren. Probleme, die mich zuvor erdrückten, lockerten sich, wurden seicht, brachen teilweise ganz weg. Weiterlesen
    image Eine sehr geschätzte Kundin, die lieber anonym bleiben will - im Januar 2017
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